Kastrationsaktion Arucas

Juli 2015 - wieder ein Hilferuf einer jungen Frau, diesmal aus Arucas (es ist schon auffallend, dass 90 % der Straßenkolonien von Frauen versorgt werden - ganz selten ist auch einmal ein Mann dabei). Jasmina wandte sich über unsere spanische Seite an uns; sie versorgte schon des längeren eine kleine Katzenkolonie in Arucas, doch nun hatte sich jemand bei der Gemeindeverwaltung beschwert und gefordert, die Katzen mögen eingefangen und in die Perrera (die Tötungsstation) in Bañaderos gebracht werden. (Leider etwas, was hier häufig passiert; sehr viele Menschen mögen Katzen hier überhaupt nicht und betrachten sie ähnlich wie Ratten eher als eine Plage und eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit.) Jasmina war verzweifelt, da sie wusste, dass das für „ihre“ Katzen den sicheren Tod bedeuten würde, und bat uns dringend um Hilfe.

Wir griffen ihr natürlich sofort unter die Arme und ließen 5 weibliche Straßenkatzen auf unsere Kosten sterilisieren. Zudem gelang es uns, in kurzer Zeit Adoptanten für die 6 kürzlich in der Kolonie zur Welt gekommenen Katzenbabys zu finden. So waren diese dem Zugriff der Stadtverwaltung entzogen und in Sicherheit. Die erwachsenen Katzen blieben zwar auf der Straße, aber wir unterstützen Jasmina im Augenblick dabei, die Stadtverwaltung für ein Projekt zu gewinnen, das in Las Palmas bereits erfolgreich etabliert wurde: Statt in regelmäßigen Abständen Straßenkatzen einzufangen und zu töten, belässt man dort die ortsansässigen Kolonien in ihrem Territorium, sterilisiert alle Tiere und kontrolliert deren Gesundheitszustand bei regelmäßigen Fütterungen durch Freiwillige. Dieser Ansatz ist langfristig viel sinnvoller, denn früher oder später siedeln sich in einem durch das Wegfangen der dortigen Katzen frei gewordenen Territorium immer neue Katzen an - eine Endlosspirale und ein unnötiges Töten. Denn belässt man die Revierinhaber an ihrem Platz und kontrolliert deren Vermehrung und Gesundheit, verteidigen diese ihr Territorium gegen Eindringlinge und verhindern die Ansiedlung von weiteren Katzen an dieser Stelle. Gleichzeitig helfen sie bei der Kontrolle tatsächlicher Ungezieferplagen wie Mäuse, Ratten oder Kakerlaken. Und gut gepflegte Katzen an einem touristischen Ort wie Arucas sind auch für Besucher aus anderen Ländern eher eine zusätzliche Attraktion als ein Ärgernis, das haben schon viele Städte erfolgreich bewiesen. Eine Win-Win-Situation also für beide Seiten. Wir hoffen, dass Jasmina mit unserer Hilfe auch die Stadtverwaltung Arucas hiervon überzeugen kann!
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