Risco

Anfang November 2014 erreichte uns eine Mail von einem deutschen Ehepaar, Simone und Jürgen: „Hallo, wir sind in einem Ferienhaus in El Risco und haben hier drei Katzenbabys, ca. 6 bis 7 Wochen. Da 2 von Ihnen einen aufgeblähten Bauch haben, würden wir sie gerne zu einem Tierarzt bringen. Können Sie uns weiterhelfen? Die Kitten haben keine Mutter.“ El Risco ist ein Ort in den Bergen, ca. eine halbe Stunde Fahrzeit von Agaete, wo wir wohnen, entfernt. Klar, dass wir uns gleich mit Simone und Jürgen in Verbindung setzten und uns mit ihnen für den späteren Abend bei unserem Tierarzt unten im Ort verabredeten. Als die beiden dort ankamen, hatten sie eine große Plastikbox dabei, oben mit einem Handtuch abgedeckt und mit einem Spanngurt gesichert. Uns fielen gleich die böse zerkratzten Hände der beiden auf - die Kleinen schienen ganz schön wehrhaft zu sein! Wie wehrhaft, zeigte sich dann, als unser Tierarzt in der Praxis vorsichtig eine Ecke des Handtuchs lupfte, und ein schwarzes Fellknäuel wie ein Schachtelteufelchen an ihm vorbei und über seinen Kopf hinweg schoss! Der zweite kleine Kamikaze-Kater, diesmal ein grauer, kam sofort hinterher geschnalzt. Bis die beiden Ausreißer wieder eingefangen waren, dauerte es etwas, da sie wie kleine Löwen fauchten, bissen und kratzten - zum ersten Mal in drei Jahren Tierschutzarbeit mussten wir tatsächlich bissfeste Lederhandschuhe anziehen, um die Kampfzwerge überhaupt behandeln zu können!

Die aufgeblähten Bäuchlein kamen vom Parasitenbefall; die Kleinen wurden verarztet und gleich noch geimpft, um sie vor weiteren Erkrankungen zu schützen. Und das war gut so, denn Simone und Jürgen verliebten sich im Verlaufe ihres weiteren Urlaubs so in den Kleinsten der drei „Flying Risco Brothers“ (wie wir sie von da an immer nannten), dass sie beschlossen, ihn bei ihrer Rückkehr mit nach Deutschland zu nehmen. Mariano verpasste dem Kleinen also auch noch einen Mikrochip, führte die notwendigen Bluttests durch und stellte die Reisepapiere aus. Und Klein-Risco flog mit seinen Rettern in ein neues Zuhause! (Was für ihn, wie sich im Nachhinein herausstellte, ein großes Glück war, denn er laborierte auch noch mit einer gerade beginnenden Giardien-Infektion herum, die hier zwar noch nicht diagnostiziert worden war, aber in Deutschland dann schnell erkannt und behandelt wurde.) Mittlerweile ist Risco schon ein ganzes Stück gewachsen, und Simone und Jürgen schreiben uns: „Unser Kleiner hat sich prächtig entwickelt. Er ist zwar für sein Alter noch recht zierlich, doch mutig und frech wie ein großer Kater. Seine Lieblingsbeschäftigungen sind derzeit:

  • um ca. 4 Uhr morgen sich ins Bett zu schleichen und Jürgen über das Gesicht zu laufen oder Simone die Ohren auszuschlecken
  • die Yucca Palme als Kletterbaum zu nutzen
  • alle Spielsachen in ganzen Haus zu verteilen
  • unsere 2 älteren Katzen vom Sofa zu vertreiben (ist jetzt sein privates Sofa)
  • Simones Schuhe zu zerbeißen (sagt sie zumindest weil sie neue will ;-) )
  • nachts ca. 30-40x durch die Katzenklappe zu rasen (scheppert so schön)
  • alle Handtücher, die im Bad hängen, durch das Haus zu schleifen
  • Ja, er macht so richtig Freude und wir wollen ihn nicht mehr missen!“

Uns machen solche Geschichten natürlich auch eine Riesenfreude, und deswegen wollten wir sie auch gerne an dieser Stelle weitererzählen! Und uns noch mal ganz arg bei Simone und Jürgen bedanken, die uns nicht nur mit ihrer Einsatzbereitschaft für die hiesigen Katzen während ihres Urlaubs hier schwer beeindruckt haben, sondern uns auch noch eine großzügige Spende nach ihrer Rückkehr überwiesen haben, damit wir weiteren Straßenkatzen hier damit helfen können. DANKE SCHÖN!!

Risco

Stacks Image 745

Risco & Co.

Stacks Image 208