Blacky

Blacky war eine junge, vermutlich noch kein Jahr alte schwarze Katze. Gefunden wurde sie von einer Frau in elendem Zustand - vermutlich angefahren, mit gebrochenem Hüftgelenk und bereits völlig dehydriert. Wir brachten Blacky zu unserem Tierarzt Mariano, der zunächst einmal ihren Kreislauf stabilisierte und sie etwas aufpäppelte. Die Voruntersuchungen ergaben, dass eine komplizierte und teure Operation notwendig war, um Blacky zu helfen - Kostenvoranschlag 450,- Euro. Das war aber gar nicht unser Hauptproblem, sondern vielmehr die Tatsache, dass während der Untersuchungen ein Bluttest ergab, dass Blacky an der Felinen Immundefizienz litt. Hierbei handelt es sich um eine chronische Erkrankung, die umgangssprachlich auch als Katzen-AIDS bezeichnet wird, da sie in Ursachen und Auswirkungen dem menschlichen AIDS sehr ähnlich ist. Blacky zeigte zwar keine manifesten Symptome der Erkrankung, aber das Testergebnis machte ihre Vermittlung äußerst schwierig, ja praktisch unmöglich: Eine schwarze Katze, erwachsen, chronisch erkrankt, die deshalb nicht mit anderen, gesunden Katzen zusammenleben sollte (die Krankheit überträgt sich nur von Katze zu Katze, für andere Tiere und Menschen ist sie ungefährlich)? Bei der aber natürlich jederzeit Symptome der Krankheit auftreten und deshalb auch Tierarztkosten verursachen können? Ein Himmelfahrtskommando in Spanien, wo wir schon bei der Vermittlung von jungen gesunden und nicht-schwarzen Kätzchen oft genug die größten Probleme haben!

Was also tun? Zurück auf die Straße konnten wir Blacky nicht setzen; schließlich könnte sie dort andere Katzen infizieren, und außerdem ist gerade für immunkranke Katzen natürlich ein möglichst ruhiges, stressfreies Leben mit gutem Futter unerlässlich, um die Krankheit in Schach zu halten. Sollten wir sie operieren oder - wenn es doch keine Chance auf Vermittlung gab - lieber einschläfern, obwohl es ihr (abgesehen von den gebrochenen Knochen) eigentlich sehr gut ging? Das brachten wir nicht übers Herz - Blacky erwies sich als mega-verschmuste, sehr menschenbezogene Katze, die ganz offensichtlich nichts lieber wollte als weiterzuleben. Wider besseres Wissen sammelten wir also wieder einmal Geld - auch diesmal kamen viele Spenden aus Deutschland! - und Blacky wurde operiert. Mariano sprang wieder mal selbstlos als unbezahlte Pflegestelle ein und behielt Blacky nach der OP in seiner Tierarztpraxis, wo sie sich bald sehr wohl fühlte und zum Liebling der Angestellten avancierte. Während Blacky sich von ihrer OP erholte, suchten wir fieberhaft nach einem Zuhause für sie - und der Himmel hatte ein Einsehen und schickte uns einen reizenden Adoptanten, Carlos! Carlos war auf unserer Website auf Blackys Geschichte gestoßen und setzte sich sofort mit uns in Verbindung. Er lebt in Barcelona, hatte schon zwei aidskranke Katzen (von denen gerade eine gestorben war) und dazu noch ein paar Hunde (für die die Krankheit ungefährlich ist). Er war nicht nur bereit, Blacky zu adoptieren und gut für sie zu sorgen, sondern er schickte sogar seine Cousine nach Gran Canaria, um Blacky höchstpersönlich abzuholen und als Flugpatin sicher zu ihm nach Barcelona zu bringen!

Blacky ist seit ihrem Umzug aufs Festland die Chefin im Haus und genießt die vierbeinige und zweibeinige Gesellschaft, die sie bei Carlos vorgefunden hat, in vollen Zügen. Ihre Vermittlung war für uns (und für Blacky natürlich!) der sprichwörtliche Sechser im Lotto - so viel Glück wie Blacky sollten wirklich alle unsere Katzen haben! Wir wünschen ihr noch viele schöne Jahre!

Blacky und Co.

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Blacky

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